Wohnungsübergabe

Der wichtigste Moment für Ihre Kaution

Die Wohnungsübergabe ist einer der wichtigsten Momente in Ihrem Mietverhältnis – sowohl beim Einzug als auch beim Auszug. In diesen Momenten wird dokumentiert, in welchem Zustand die Wohnung ist. Diese Dokumentation entscheidet später darüber, ob Sie Ihre Kaution vollständig zurückbekommen oder ob Kosten für Reparaturen abgezogen werden.

Viele Mieter unterschätzen die Bedeutung der Wohnungsübergabe. Beim Einzug sind sie voller Vorfreude auf das neue Zuhause und übersehen kleine Mängel. Beim Auszug sind sie gestresst vom Umzug und dokumentieren nicht sorgfältig genug. Das kann teuer werden: Ohne ordentliches Übergabeprotokoll können Sie beim Auszug kaum beweisen, dass ein Schaden schon bei Ihrem Einzug vorhanden war. Die Folge: Der Vermieter zieht die Reparaturkosten von Ihrer Kaution ab – auch wenn Sie den Schaden gar nicht verursacht haben.

In Ihrer Hausgemeinschaft haben sicher schon viele Mieter eine Wohnungsübergabe erlebt. Fragen Sie nach, welche Erfahrungen sie gemacht haben und welche Details wichtig sind. Gerade beim ersten Mal kann es hilfreich sein, jemanden mit Erfahrung zur Übergabe mitzunehmen. Wenn Sie Fragen zur Wohnungsübergabe haben, sprechen Sie uns gerne an.


Was ist eine Wohnungsübergabe?

Eine Wohnungsübergabe findet immer dann statt, wenn die Wohnung den Besitzer wechselt – also beim Einzug und beim Auszug. Bei der Übergabe gehen Vermieter und Mieter gemeinsam durch die Wohnung und dokumentieren den Zustand aller Räume und Einrichtungen.

Zwei entscheidende Termine

Übergabe beim Einzug: Sie erhalten die Wohnung vom Vermieter (oder vom Vormieter). In diesem Moment dokumentieren Sie den Zustand der Wohnung, wie Sie sie vorgefunden haben. Alle Schäden, Mängel und Abnutzungsspuren, die bereits vorhanden sind, werden festgehalten.

Übergabe beim Auszug: Sie geben die Wohnung an den Vermieter zurück. Jetzt wird dokumentiert, in welchem Zustand Sie die Wohnung hinterlassen. Der Vermieter vergleicht den aktuellen Zustand mit dem Zustand beim Einzug und prüft, ob Schäden entstanden sind, die über die normale Abnutzung hinausgehen.

Warum ist das so wichtig?

Schutz Ihrer Kaution: Das Übergabeprotokoll ist Ihr wichtigster Beweis, um Ihre Kaution vollständig zurückzubekommen. Wenn Sie beim Einzug einen Kratzer an der Tür oder einen Fleck auf dem Boden dokumentiert haben, kann der Vermieter beim Auszug nicht behaupten, Sie hätten diesen Schaden verursacht.

Vermeidung von Streitigkeiten: Ein ordentliches Protokoll vermeidet Missverständnisse und Diskussionen. Beide Seiten wissen genau, was bei Einzug bereits vorhanden war und was beim Auszug neu hinzugekommen ist.

Rechtssicherheit: Vor Gericht gilt das Übergabeprotokoll als wichtiges Beweismittel. Ohne Protokoll wird es schwierig, im Streitfall zu beweisen, dass ein Schaden schon vor Ihrem Einzug vorhanden war.

Mehr Infos: Kaution zurückbekommen

Übergabe beim Einzug – Dokumentieren Sie alles

Die Übergabe beim Einzug ist Ihre Gelegenheit, den Ausgangszustand der Wohnung festzuhalten. Nehmen Sie sich ausreichend Zeit und dokumentieren Sie jeden noch so kleinen Mangel. Was Sie jetzt nicht aufschreiben, könnte Ihnen beim Auszug als Schaden angelastet werden.

Ablauf der Einzugsübergabe

Termin vereinbaren: In der Regel findet die Übergabe kurz vor oder am Tag des Einzugs statt. Vereinbaren Sie rechtzeitig einen Termin mit dem Vermieter und planen Sie ausreichend Zeit ein – mindestens eine Stunde für eine normale Wohnung, mehr für größere Objekte.

Gemeinsamer Rundgang: Sie und der Vermieter gehen Raum für Raum durch die Wohnung. Schauen Sie sich alles genau an: Wände, Decken, Böden, Fenster, Türen, Heizungen, Sanitäranlagen, Elektrik, Küche und alle fest installierten Einrichtungen.

Protokoll erstellen: Notieren Sie alle Mängel und Schäden im Übergabeprotokoll. Auch kleine Kratzer, Flecken, Risse oder abgenutzte Stellen sollten dokumentiert werden. Je detaillierter das Protokoll, desto besser sind Sie geschützt.

Fotos machen: Fotografieren Sie alle Räume und alle Schäden. Fotos sind ein zusätzlicher Beweis und helfen, sich später an Details zu erinnern.

Zählerstände notieren: Halten Sie die Zählerstände für Strom, Wasser und Heizung fest. So zahlen Sie nur Ihren eigenen Verbrauch und nicht den des Vormieters.

Schlüssel übergeben: Zählen Sie alle Schlüssel (Wohnungsschlüssel, Hausschlüssel, Briefkastenschlüssel, Kellerschlüssel) und notieren Sie die Anzahl im Protokoll.

Unterschriften: Beide Seiten unterschreiben das Protokoll. Fordern Sie eine Kopie des Protokolls für Ihre Unterlagen.

Was müssen Sie in jedem Raum prüfen?

Gehen Sie systematisch vor und prüfen Sie in jedem Raum die folgenden Punkte. Nutzen Sie gerne eine Checkliste, um nichts zu vergessen.

Wände und Decken:

Risse und Löcher: Gibt es Risse im Putz, Dübellöcher von Bildern oder andere Beschädigungen?

Flecken und Verfärbungen: Sind die Wände fleckig, vergilbt oder verfärbt? Gibt es Wasserflecken oder Nikotinablagerungen?

Schimmel: Prüfen Sie besonders in Ecken, hinter Möbeln und an Außenwänden, ob Schimmel vorhanden ist. Schimmel ist ein ernstes Problem und muss unbedingt dokumentiert werden.

Mehr Infos: Schimmel in der Wohnung

Böden:

Kratzer und Beschädigungen: Prüfen Sie Parkett, Laminat, Fliesen oder Teppich auf Kratzer, Dellen, Risse oder abgenutzte Stellen.

Flecken: Gibt es Flecken auf dem Boden, die nicht mehr entfernt werden können?

Fenster und Türen:

Funktion: Lassen sich alle Fenster und Türen öffnen, schließen und ordentlich verriegeln?

Beschädigungen: Sind Rahmen, Griffe oder Scharniere beschädigt oder locker? Gibt es Risse oder Kratzer im Glas?

Dichtungen: Sind die Dichtungen an Fenstern intakt oder brüchig?

Heizungen:

Funktion: Funktionieren alle Heizkörper? Werden sie warm? Lassen sie sich regeln?

Geräusche: Machen die Heizungen ungewöhnliche Geräusche (Gluckern, Pfeifen)?

Zustand: Sind die Heizkörper beschädigt oder verrostet?

Mehr Infos: Heizung richtig nutzen

Küche und Bad:

Wasserhähne: Funktionieren alle Wasserhähne? Tropfen sie? Lassen sie sich leicht bedienen?

Spüle und Waschbecken: Sind Spüle, Waschbecken, Dusche, Badewanne und Toilette sauber und unbeschädigt? Gibt es Risse oder abgeplatzte Stellen?

Abflüsse: Funktionieren alle Abflüsse? Läuft das Wasser schnell ab oder gibt es einen Rückstau?

Armaturen: Sind alle Armaturen fest montiert und dicht?

Mehr Infos: Wasser und Sanitär

Elektrik:

Lichtschalter und Steckdosen: Funktionieren alle Schalter und Steckdosen? Sind sie fest montiert?

Lampen: Falls Lampen vorhanden sind, funktionieren sie?

Sicherungen: Wo ist der Sicherungskasten, und ist er beschriftet?

Wichtig: Dokumentieren Sie wirklich alles – auch Kleinigkeiten. Ein kleiner Kratzer an der Tür mag unwichtig erscheinen, aber beim Auszug könnte er Ihnen angelastet werden, wenn er nicht im Einzugsprotokoll steht.

Das Übergabeprotokoll – Ihr wichtigster Schutz

Das Übergabeprotokoll ist das zentrale Dokument bei der Wohnungsübergabe. Es hält den Zustand der Wohnung fest und dient als Beweismittel, falls es später zu Unstimmigkeiten kommt.

Was gehört ins Übergabeprotokoll?

Datum und Uhrzeit: Wann findet die Übergabe statt?

Beteiligte Personen: Wer ist anwesend? Namen von Vermieter, Mieter und eventuellen Zeugen.

Adresse der Wohnung: Vollständige Adresse mit Wohnungsnummer.

Zählerstände: Strom, Wasser, Heizung – notieren Sie alle aktuellen Zählerstände.

Anzahl und Art der Schlüssel: Wie viele Schlüssel werden übergeben? Wohnungsschlüssel, Hausschlüssel, Briefkastenschlüssel, Kellerschlüssel, sonstige Schlüssel.

Zustand aller Räume: Raum für Raum wird der Zustand dokumentiert. Alle Mängel, Schäden und Abnutzungsspuren werden beschrieben.

Fotos: Fotografieren Sie alle Räume und alle Schäden. Fotos können direkt ins Protokoll eingefügt oder separat gespeichert werden.

Unterschriften: Beide Seiten unterschreiben das Protokoll. Ohne Unterschriften ist das Protokoll nicht gültig.

Übergabeprotokoll online erstellen

Nutzen Sie unser kostenloses Online-Tool, um ein professionelles Übergabeprotokoll zu erstellen. Das Tool führt Sie Schritt für Schritt durch alle Räume und Prüfpunkte, sodass Sie nichts vergessen.

Vorteile des Online-Tools:

  • Strukturierte Checkliste – Sie vergessen nichts
  • Fotos direkt hochladen und einfügen
  • Automatische Formatierung
  • Als PDF speichern und ausdrucken
  • Per E-Mail verschicken

So geht’s:

  1. Öffnen Sie der-walter.de/protokoll
  2. Wählen Sie “Einzug” oder “Auszug”
  3. Gehen Sie alle Räume durch und dokumentieren Sie den Zustand
  4. Laden Sie Fotos hoch
  5. Drucken Sie das Protokoll aus oder speichern Sie es als PDF
  6. Lassen Sie beide Seiten unterschreiben
  7. Bewahren Sie eine Kopie sicher auf

Fotos als zusätzlicher Beweis

Fotos sind ein unverzichtbarer Bestandteil der Wohnungsübergabe. Sie dokumentieren visuell, wie die Wohnung aussieht, und ergänzen das schriftliche Protokoll.

Was sollten Sie fotografieren?

Übersichtsfotos: Machen Sie von jedem Raum ein oder mehrere Übersichtsfotos, sodass man die gesamte Raumgestaltung sieht.

Detailaufnahmen von Schäden: Fotografieren Sie jeden Schaden im Detail. Gehen Sie nah heran, damit der Schaden deutlich zu erkennen ist.

Zählerstände: Fotografieren Sie alle Zähler mit den aktuellen Ständen. So haben Sie einen zusätzlichen Beweis für die notierten Zahlen.

Besondere Bereiche: Küche, Bad, Fenster, Türen, Heizkörper – alles, was besonders wichtig ist oder Mängel aufweist.

Tipps für gute Fotos

Gutes Licht: Fotografieren Sie bei Tageslicht oder schalten Sie das Licht an. Dunkle Fotos sind oft unbrauchbar.

Mehrere Perspektiven: Machen Sie von wichtigen Details mehrere Fotos aus verschiedenen Blickwinkeln.

Datum speichern: Stellen Sie sicher, dass Ihre Kamera oder Ihr Handy das Aufnahmedatum in den Metadaten speichert. Das beweist, wann das Foto gemacht wurde.

Sicher aufbewahren: Speichern Sie alle Fotos sicher (z.B. in der Cloud oder auf einem USB-Stick). Löschen Sie sie nicht, bis Sie Ihre Kaution vollständig zurückerhalten haben.

Zählerstände notieren

Die Zählerstände für Strom, Wasser und Heizung sind ein wichtiger Bestandteil des Übergabeprotokolls. Sie markieren den Zeitpunkt, ab dem Sie für den Verbrauch verantwortlich sind.

Warum sind Zählerstände wichtig?

Abrechnung nach Verbrauch: Sie zahlen nur für den Strom, das Wasser und die Heizenergie, die Sie selbst verbraucht haben – nicht für den Verbrauch des Vormieters.

Vermeidung von Fehlern: Ohne dokumentierte Zählerstände könnte es zu Abrechnungsfehlern kommen, und Sie zahlen möglicherweise mehr, als Sie verbraucht haben.

Mehr Infos: Nebenkosten verstehen und Betriebskosten verstehen

So dokumentieren Sie Zählerstände

Finden Sie die Zähler: Die Zähler befinden sich meist im Keller, im Flur oder in einem Wirtschaftsraum. Fragen Sie den Vermieter, wo sie sich befinden.

Notieren Sie die Stände: Schreiben Sie die aktuellen Zählerstände ins Übergabeprotokoll. Achten Sie darauf, die Zählernummern zu notieren, damit klar ist, welcher Zähler zu Ihrer Wohnung gehört.

Fotos machen: Fotografieren Sie jeden Zähler, sodass die Nummer und der Zählerstand gut lesbar sind.

Schlüssel zählen und dokumentieren

Bei der Übergabe erhalten Sie vom Vermieter alle Schlüssel, die zur Wohnung gehören. Die Anzahl muss im Übergabeprotokoll festgehalten werden.

Welche Schlüssel bekommen Sie?

Wohnungsschlüssel: Schlüssel für Ihre Wohnungstür. Meist erhalten Sie zwei bis drei Exemplare.

Hausschlüssel: Schlüssel für die Haustür oder das Hoftor. Wichtig, um das Gebäude betreten zu können.

Briefkastenschlüssel: Schlüssel für Ihren Briefkasten.

Kellerschlüssel: Falls Sie einen Kellerraum haben, erhalten Sie den passenden Schlüssel.

Sonstige Schlüssel: Schlüssel für Fahrradkeller, Waschküche, Dachboden oder andere Gemeinschaftsräume.

Warum ist das wichtig?

Rückgabe beim Auszug: Beim Auszug müssen Sie alle Schlüssel zurückgeben, die Sie beim Einzug erhalten haben. Fehlt ein Schlüssel, müssen Sie die Kosten für einen Ersatzschlüssel oder im schlimmsten Fall für den Austausch der gesamten Schließanlage tragen.

Kosten vermeiden: Ein neuer Schlüssel kostet meist nur wenige Euro, aber in Mehrfamilienhäusern mit Schließanlage kann der Austausch mehrere Hundert bis über Tausend Euro kosten – diese Kosten werden von Ihrer Kaution abgezogen.

Mehr Infos: Schlüssel vergessen / Ausgesperrt

So dokumentieren Sie die Schlüssel

Schreiben Sie ins Übergabeprotokoll:

  • 3 Wohnungsschlüssel
  • 2 Hausschlüssel
  • 1 Briefkastenschlüssel
  • 1 Kellerschlüssel

Tipp: Bewahren Sie alle Schlüssel sicher auf und geben Sie nur Ersatzschlüssel an vertrauenswürdige Personen weiter. Bei Verlust müssen Sie uns sofort informieren.

Übergabe beim Auszug – Der Vergleich entscheidet

Die Übergabe beim Auszug ist mindestens genauso wichtig wie die beim Einzug. Jetzt wird geprüft, in welchem Zustand Sie die Wohnung hinterlassen, und der Vermieter vergleicht den aktuellen Zustand mit dem Zustand beim Einzug.

Vorbereitung auf die Auszugsübergabe

Wohnung sauber machen: Reinigen Sie die Wohnung gründlich. Entfernen Sie alle Ihre Sachen, wischen Sie Böden, Fenster und Oberflächen, und räumen Sie Keller und Balkon.

Reparaturen durchführen: Falls Sie für bestimmte Schönheitsreparaturen verantwortlich sind, führen Sie diese vor der Übergabe durch. Je nach Mietvertrag müssen Sie Wände streichen, Böden reinigen oder Kleinreparaturen erledigen.

Mehr Infos: Renovierung beim Auszug

Alle Schlüssel bereitlegen: Sammeln Sie alle Schlüssel, die Sie beim Einzug erhalten haben. Stellen Sie sicher, dass Sie alle Exemplare finden.

Einzugsprotokoll bereitlegen: Nehmen Sie Ihr Einzugsprotokoll mit zur Übergabe. Es dient als Vergleichsdokument.

Ablauf der Auszugsübergabe

Termin vereinbaren: Vereinbaren Sie rechtzeitig einen Termin mit dem Vermieter. Der Termin sollte idealerweise am letzten Tag Ihres Mietvertrags oder kurz danach stattfinden.

Gemeinsamer Rundgang: Sie und der Vermieter gehen erneut Raum für Raum durch die Wohnung und prüfen den Zustand.

Vergleich mit Einzugsprotokoll: Der Vermieter vergleicht den aktuellen Zustand mit dem Zustand beim Einzug. Was hat sich verändert? Gibt es neue Schäden? Was ist normale Abnutzung?

Auszugsprotokoll erstellen: Dokumentieren Sie den Zustand beim Auszug genauso detailliert wie beim Einzug. Nutzen Sie erneut das Online-Tool der-walter.de/protokoll.

Fotos machen: Fotografieren Sie erneut alle Räume und Bereiche. So können Sie später beweisen, in welchem Zustand Sie die Wohnung übergeben haben.

Schlüssel zurückgeben: Übergeben Sie alle Schlüssel und lassen Sie sich die Rückgabe im Protokoll bestätigen.

Unterschriften: Beide Seiten unterschreiben das Auszugsprotokoll. Fordern Sie eine Kopie.

Normale Abnutzung vs. Schäden

Nicht jede Veränderung in der Wohnung gilt als Schaden, für den Sie aufkommen müssen. Es gibt einen Unterschied zwischen normaler Abnutzung und übermäßiger Beanspruchung.

Normale Abnutzung (nicht Ihre Verantwortung):

  • Leichte Gebrauchsspuren an Türen und Möbeln
  • Verblasste Farben an Wänden durch Sonneneinstrahlung
  • Kleine Kratzer im Boden durch normale Nutzung
  • Abnutzung von Armaturen durch normalen Gebrauch

Schäden (Ihre Verantwortung):

  • Löcher in Wänden, die nicht fachgerecht verschlossen wurden
  • Tiefe Kratzer oder Dellen im Boden
  • Flecken, die durch Nachlässigkeit entstanden sind
  • Beschädigte Einrichtungen (z.B. zerbrochene Fliesen, kaputte Armaturen)

Der Vermieter darf nur Kosten für Schäden von Ihrer Kaution abziehen, die über die normale Abnutzung hinausgehen. Zudem muss er oft eine Alterswertminderung berücksichtigen – alte Einrichtungen dürfen nicht zum Neupreis abgerechnet werden.

Mehr Infos: Kaution zurückbekommen

Wenn der Vermieter kein Protokoll machen will

In seltenen Fällen weigert sich der Vermieter, ein Übergabeprotokoll zu erstellen, oder hat “keine Zeit” dafür. Das ist ärgerlich, aber Sie können sich trotzdem schützen.

Bestehen Sie auf ein Protokoll

Fordern Sie ein Protokoll ein: Ein Übergabeprotokoll ist nicht gesetzlich vorgeschrieben, aber es ist im Interesse beider Seiten. Bestehen Sie höflich, aber bestimmt darauf, dass ein Protokoll erstellt wird.

Erklären Sie die Vorteile: Machen Sie deutlich, dass das Protokoll beiden Seiten Rechtssicherheit gibt und spätere Streitigkeiten vermeidet.

Falls kein Protokoll möglich ist

Wenn der Vermieter sich weigert oder nicht erscheint, schützen Sie sich wie folgt:

Erstellen Sie ein eigenes Protokoll: Gehen Sie selbst durch die Wohnung und dokumentieren Sie den Zustand. Nutzen Sie das Online-Tool der-walter.de/protokoll und füllen Sie es alleine aus.

Machen Sie viele Fotos: Fotografieren Sie jeden Raum aus mehreren Perspektiven und dokumentieren Sie alle Details. Achten Sie darauf, dass das Datum in den Metadaten gespeichert ist.

Nehmen Sie Zeugen mit: Bitten Sie einen Freund, ein Familienmitglied oder einen Nachbarn, bei der Übergabe dabei zu sein. Diese Person kann später vor Gericht bezeugen, in welchem Zustand die Wohnung war.

Schicken Sie das Protokoll an den Vermieter: Schicken Sie Ihr selbst erstelltes Protokoll per E-Mail oder Brief (am besten Einschreiben) an den Vermieter. Bitten Sie ihn, es zu unterschreiben oder Stellung zu nehmen. Selbst wenn er nicht antwortet, haben Sie dokumentiert, dass Sie alles getan haben, um den Zustand festzuhalten.

Kontaktieren Sie uns: Wenn es Probleme mit der Übergabe gibt, sprechen Sie uns an. Wir können vermitteln und gemeinsam eine Lösung finden.

Nach der Übergabe – Kaution und Abrechnung

Nach der Auszugsübergabe beginnt die Wartezeit auf die Rückzahlung Ihrer Kaution. Der Vermieter hat Zeit, die Wohnung zu prüfen, eventuelle Mängel zu beseitigen und die Betriebskostenabrechnung zu erstellen.

Wie lange dauert die Kautionsrückzahlung?

Übliche Frist: Die Kaution wird in der Regel innerhalb von drei bis sechs Monaten nach dem Auszug zurückgezahlt. Das ist normal und rechtlich zulässig.

Warum so lange? Der Vermieter muss prüfen, ob versteckte Mängel vorhanden sind, die Betriebskostenabrechnung erstellen und eventuelle Reparaturen durchführen lassen.

Mehr Infos: Kaution zurückbekommen

Was wird von der Kaution abgezogen?

Der Vermieter darf nur berechtigte Kosten von der Kaution abziehen:

  • Reparaturkosten für Schäden, die Sie verursacht haben (über normale Abnutzung hinaus)
  • Kosten für nicht durchgeführte Schönheitsreparaturen (falls vertraglich vereinbart)
  • Ausstehende Miet- oder Nebenkostenzahlungen
  • Kosten für Schlüsselverlust oder Schlossaustausch

Wichtig: Der Vermieter darf keine Kosten für normale Abnutzung abziehen und muss oft eine Alterswertminderung berücksichtigen.

Kaution wird nicht oder nur teilweise zurückgezahlt?

Wenn Ihre Kaution nicht oder nur teilweise zurückgezahlt wird, sollten Sie eine schriftliche Abrechnung vom Vermieter verlangen. Der Vermieter muss Ihnen genau erklären, welche Kosten er abgezogen hat und warum.

Prüfen Sie die Abrechnung: Sind die abgezogenen Kosten berechtigt? Entsprechen sie den tatsächlichen Schäden? Hat der Vermieter die Alterswertminderung berücksichtigt?

Widersprechen Sie bei Unklarheiten: Wenn Sie die Abrechnung für ungerecht halten, widersprechen Sie schriftlich und fordern Sie Nachweise (z.B. Kostenvoranschläge, Rechnungen).

Kontaktieren Sie uns: Wir können Ihnen die Abrechnung erklären und gemeinsam prüfen, ob die Abzüge berechtigt sind.

Mehr Infos: Kaution zurückbekommen

Fragen zur Wohnungsübergabe?

Die Wohnungsübergabe ist ein wichtiger Moment, der über die Rückzahlung Ihrer Kaution entscheidet. Wenn Sie Fragen haben oder Unterstützung benötigen, sprechen Sie uns gerne an. Wir helfen Ihnen bei:

  • Vorbereitung auf die Wohnungsübergabe (Einzug und Auszug)
  • Erstellung eines ordnungsgemäßen Übergabeprotokolls
  • Begleitung bei der Übergabe, falls gewünscht
  • Klärung von Unstimmigkeiten nach der Übergabe
  • Fragen zur Kautionsabrechnung

Unsere Empfehlung: Nehmen Sie sich ausreichend Zeit für die Wohnungsübergabe und dokumentieren Sie alles sorgfältig. Ein gutes Übergabeprotokoll mit Fotos ist Ihre beste Versicherung gegen ungerechtfertigte Kautionsabzüge. Nutzen Sie unser kostenloses Online-Tool unter der-walter.de/protokoll, um nichts zu vergessen. Je gründlicher Sie dokumentieren, desto mehr von Ihrer Kaution bekommen Sie zurück.

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