Wie Sie als Mieter Kosten senken
Wohnen kostet Geld – das ist unvermeidlich. Aber es gibt viele Möglichkeiten, Ihre Kosten zu senken, ohne auf Komfort zu verzichten. Mit dem richtigen Verhalten können Sie Ihre Nebenkosten reduzieren, teure Reparaturen vermeiden und dafür sorgen, dass Sie beim Auszug Ihre Kaution vollständig zurückbekommen.
Viele Mieter unterschätzen, wie viel Geld sie durch einfache Maßnahmen sparen können. Ein bewusster Umgang mit Heizung und Wasser senkt die Nebenkosten. Kleine Probleme rechtzeitig melden verhindert, dass daraus teure Schäden werden. Und wer seine Wohnung gut behandelt, bekommt beim Auszug die Kaution zurück – ohne Abzüge.
In Ihrer Hausgemeinschaft leben sicher auch Menschen, die durch kluges Verhalten viel Geld gespart haben. Fragen Sie nach, welche Tipps sie haben – oft sind es die kleinen Dinge, die den Unterschied machen. Wenn Sie Fragen haben, wie Sie Kosten senken können, sprechen Sie uns gerne an.
Nebenkosten senken durch richtiges Verhalten
Die Nebenkosten machen einen großen Teil Ihrer monatlichen Ausgaben aus. Heizung, Wasser, Strom und Müll – all das summiert sich. Die gute Nachricht: Sie haben es selbst in der Hand, wie hoch diese Kosten ausfallen.
Richtig heizen spart Geld
Heizen ist einer der größten Kostenfaktoren. Viele Mieter heizen entweder zu viel (und zahlen unnötig hohe Heizkosten) oder zu wenig (und riskieren Schimmel, der am Ende noch teurer wird). Die Lösung ist einfach: Heizen Sie richtig und nutzen Sie die Heizung effizient.
Die richtige Heiztemperatur:
- Wohnzimmer, Küche, Arbeitszimmer: Stufe 3 am Thermostat (ca. 20-21°C)
- Bad: Stufe 3 bis 4 (ca. 22-24°C, wenn Sie duschen oder baden)
- Schlafzimmer: Mindestens Stufe 2 (ca. 16-18°C)
Wichtig: Heizen Sie niemals unter Stufe 2. Zu niedrige Temperaturen führen zu Schimmel, der nicht nur gesundheitsschädlich ist, sondern auch enorm teuer. Die Kosten für Schimmelbeseitigung werden von Ihrer Kaution abgezogen – und können mehrere Tausend Euro betragen.
Mehr Infos: Schimmel vermeiden und Heizung richtig nutzen
Effizient heizen:
Fenster geschlossen halten: Wenn Sie heizen, halten Sie die Fenster geschlossen. Offene Fenster bei laufender Heizung verschwenden Energie und Geld.
Stoßlüften statt Fenster kippen: Öffnen Sie mehrmals täglich für 5-10 Minuten alle Fenster komplett (Stoßlüften). Das sorgt für frische Luft, ohne dass die Wände auskühlen. Gekippte Fenster hingegen lassen die Wohnung langsam auskühlen und verschwenden Heizenergie.
Heizkörper nicht zustellen: Möbel oder Vorhänge vor Heizkörpern verhindern, dass die Wärme sich im Raum verteilt. Die Heizung muss stärker arbeiten – und Sie zahlen mehr.
Türen geschlossen halten: Halten Sie Türen zwischen unterschiedlich beheizten Räumen geschlossen. So bleibt die Wärme dort, wo Sie sie brauchen.
Nachtabsenkung nutzen: Viele Heizungen haben eine automatische Nachtabsenkung. Nutzen Sie diese, um nachts Energie zu sparen.
Mehr Tipps: Heizkosten sparen
Wasser sparen senkt Nebenkosten
Wasser kostet Geld – und das nicht nur für das Wasser selbst, sondern auch für die Erwärmung. Warmes Wasser ist einer der größten Posten in der Nebenkostenabrechnung. Mit ein paar einfachen Gewohnheiten können Sie Ihren Wasserverbrauch deutlich reduzieren.
Duschen statt Baden: Eine volle Badewanne verbraucht etwa 150-200 Liter Wasser. Eine fünfminütige Dusche dagegen nur 40-60 Liter. Duschen Sie also lieber, und halten Sie die Duschzeit kurz.
Wasser abstellen beim Einseifen und Zähneputzen: Lassen Sie das Wasser nicht unnötig laufen. Stellen Sie es ab, während Sie sich einseifen, Shampoo ausspülen oder die Zähne putzen.
Sparsame Spülgewohnheiten: Lassen Sie beim Geschirrspülen nicht das Wasser dauerhaft laufen. Nutzen Sie lieber eine Spülschüssel oder eine moderne Spülmaschine, die oft sogar weniger Wasser verbraucht als Handspülen.
Wasserhahn prüfen: Ein tropfender Wasserhahn verschwendet über das Jahr gesehen viele Liter Wasser und kostet unnötig Geld. Melden Sie uns defekte Wasserhähne sofort – wir lassen sie reparieren.
Mehr Infos: Wasser und Sanitär
Strom sparen
Strom ist teuer. Auch wenn die Stromkosten nicht direkt in der Nebenkostenabrechnung auftauchen (Sie zahlen Ihren Strom selbst), lohnt es sich, sparsam zu sein.
Geräte ausschalten: Fernseher, Computer und andere Geräte im Standby-Modus verbrauchen weiterhin Strom. Schalten Sie Geräte ganz aus oder nutzen Sie Steckdosenleisten mit Schalter.
Energiesparlampen nutzen: LED-Lampen verbrauchen deutlich weniger Strom als alte Glühbirnen. Der Austausch lohnt sich schnell.
Kühlschrank nicht zu kalt einstellen: 7°C im Kühlschrank und -18°C im Gefrierfach reichen völlig aus. Jedes Grad kälter kostet unnötig Energie.
Wäsche energiesparend waschen: Waschen Sie bei niedrigen Temperaturen (30-40°C statt 60°C) und nutzen Sie Eco-Programme. Moderne Waschmittel reinigen auch bei niedrigen Temperaturen gründlich.
Müll richtig entsorgen spart Kosten
Müll kostet Geld – und zwar mehr, als viele denken. Die Müllgebühren werden über die Nebenkosten abgerechnet. Wenn Sie Müll nicht richtig trennen oder die Mülltonne zu voll ist, können zusätzliche Kosten entstehen.
Müll trennen: Trennen Sie Papier, Gelb (Verpackungen), Bio und Restmüll sorgfältig. Je weniger Restmüll, desto niedriger die Kosten. Papier und Gelber Sack werden oft kostenlos abgeholt, während Restmüll Geld kostet.
Mülltonne rechtzeitig rausstellen: Die Müllabfuhr kommt regelmäßig – aber nur, wenn die Tonne auch draußen steht. Vergessene Leerungen führen zu vollen Tonnen und teuren Sonderleerungen.
Mehr Infos: Müll und Entsorgung
Mülltonne rausstellen – 150 Euro sparen
Ein kleiner Fehler, der teuer werden kann: Wenn Sie vergessen, die Mülltonne rechtzeitig rauszustellen, wird sie nicht geleert. Die Folge: Die Tonne ist beim nächsten Abfuhrtermin übervoll, und Sie müssen eine Sonderleerung beauftragen.
Was kostet eine vergessene Leerung?
Eine Sonderleerung kostet etwa 150 Euro pro Tonne und muss von Ihnen direkt bezahlt werden. Dieses Geld können Sie vermeiden, wenn Sie die Tonne rechtzeitig rausstellen.
Beispiel: Sie vergessen dreimal im Jahr, die Restmülltonne rauszustellen. Das kostet Sie 450 Euro – Geld, das Sie mit ein wenig Organisation hätten sparen können.
So vergessen Sie es nicht
Handy-Erinnerung einrichten: Stellen Sie sich eine Erinnerung am Vorabend der Abholung ein. Ihr Handy erinnert Sie dann automatisch daran, die Tonne rauszustellen.
Abfuhrkalender sichtbar aufhängen: Drucken Sie den Abfuhrkalender aus und hängen Sie ihn in der Küche oder im Flur auf. So sehen Sie immer, wann welche Tonne rausgestellt werden muss. Die Abfuhrtermine finden Sie auf der Website Ihrer Stadt oder Gemeinde.
Gemeinsam in der Hausgemeinschaft: Sprechen Sie mit Ihren Mitbewohnern ab, dass Sie sich gegenseitig erinnern. Einer stellt die Tonne raus oder erinnert alle anderen – im nächsten Monat macht es ein anderer. So trägt jeder ein wenig Verantwortung, und die Tonne wird nicht vergessen.
Unsere Empfehlung: Richten Sie sich eine wiederkehrende Erinnerung ein. So sparen Sie 150 Euro pro vergessener Leerung – ein kleiner Aufwand mit großer Wirkung.
Mehr Infos: Müll und Entsorgung
Probleme früh melden spart Tausende Euro
Einer der größten Fehler, den Mieter machen: Sie entdecken ein Problem in der Wohnung und melden es nicht. Vielleicht denken Sie, das Problem ist nicht so schlimm, oder Sie haben Sorge, dass wir verärgert sind. Doch das Gegenteil ist der Fall: Wir sind froh, wenn Sie Probleme frühzeitig melden – denn kleine Probleme lassen sich günstig beheben, während große Schäden sehr teuer werden.
Warum frühes Melden Geld spart
Kleine Reparaturen sind günstig. Ein tropfender Wasserhahn kostet vielleicht 50 Euro zu reparieren. Wenn Sie ihn nicht melden und das Wasser über Monate den Boden beschädigt, kostet die Reparatur mehrere Tausend Euro. Diese Kosten werden von Ihrer Kaution abgezogen – und wenn die Kaution nicht reicht, müssen Sie nachzahlen.
Sie sind verpflichtet, Mängel zu melden. Das steht in Ihrem Mietvertrag. Wenn Sie einen Mangel kennen und ihn nicht melden, tragen Sie die Verantwortung für alle Folgeschäden. Das bedeutet: Sie zahlen.
Wir sind nicht böse, wenn Sie Probleme melden. Im Gegenteil: Wir schätzen es, wenn Mieter verantwortungsvoll handeln und Probleme frühzeitig ansprechen. So können wir schnell reagieren und größere Schäden verhindern.
Beispiel: Schimmel
Falsch gemacht – sehr teuer:
Sie entdecken einen kleinen Schimmelfleck in der Ecke des Schlafzimmers. Sie denken: “Das ist nicht so schlimm, das geht schon weg.” Sie melden es nicht. Der Schimmel breitet sich aus. Nach einem Jahr ist die halbe Wand schwarz. Beim Auszug sehen wir den Schimmel.
Kosten:
- Schimmelbeseitigung durch Fachfirma: 2.000-4.000 Euro
- Neue Tapete, Farbe, Malerarbeiten: 1.000-2.000 Euro
- Gesamt: 3.000-6.000 Euro
Diese Kosten werden von Ihrer Kaution abgezogen. Wenn die Kaution nicht reicht (z.B. nur 1.500 Euro), müssen Sie die Differenz nachzahlen.
Mehr Infos: Schimmel in der Wohnung
Richtig gemacht – günstig:
Sie entdecken einen kleinen Schimmelfleck in der Ecke des Schlafzimmers. Sie melden es uns sofort. Wir schicken jemanden vorbei, der die Ursache findet (oft falsches Lüften oder eine undichte Stelle). Der Schimmel wird entfernt, bevor er sich ausbreitet.
Kosten:
- Kleine Reparatur: 100-300 Euro (trägt oft der Vermieter, da es sich um normale Instandhaltung handelt)
- Ihre Kaution bleibt unangetastet
Unterschied: Sie sparen 3.000-6.000 Euro!
Weitere Beispiele
Wasserhahn tropft:
- Nicht gemeldet: Wasser beschädigt über Monate den Boden, Schimmel entsteht unter dem Bodenbelag. Kosten: 2.000-4.000 Euro.
- Sofort gemeldet: Wasserhahn wird repariert oder ausgetauscht. Kosten: 50-150 Euro (trägt meist der Vermieter).
Mehr Infos: Wasser und Sanitär
Heizung macht Geräusche:
- Nicht gemeldet: Heizung funktioniert nicht richtig, verbraucht mehr Energie, geht irgendwann kaputt. Kosten: 500-2.000 Euro.
- Sofort gemeldet: Heizung wird entlüftet oder repariert. Kosten: 50-200 Euro (trägt meist der Vermieter).
Mehr Infos: Heizung
Riss in der Wand:
- Nicht gemeldet: Riss wird größer, Feuchtigkeit dringt ein, Schimmel entsteht. Kosten: 1.000-3.000 Euro.
- Sofort gemeldet: Riss wird verschlossen. Kosten: 100-300 Euro (trägt meist der Vermieter).
Mehr Infos: Reparaturen
Keine Angst vor Ärger
Viele Mieter haben Angst, Probleme zu melden. Sie denken, wir sind verärgert oder halten sie für umständlich. Doch das stimmt nicht. Wir sind froh, wenn Sie Probleme melden – aus folgenden Gründen:
Kleine Probleme sind für uns günstig. Auch wir sparen Geld, wenn Probleme frühzeitig behoben werden. Eine kleine Reparatur kostet uns viel weniger als ein großer Schaden.
Es ist Ihre Pflicht. Im Mietvertrag steht, dass Sie Mängel melden müssen. Wenn Sie diese Pflicht erfüllen, handeln Sie richtig.
Wir schätzen verantwortungsvolle Mieter. Mieter, die Probleme melden, ihre Wohnung pflegen und offen kommunizieren, sind für uns wertvolle Mieter.
Also: Wenn Sie ein Problem sehen, melden Sie es sofort. Sie haben nichts zu befürchten – im Gegenteil, Sie handeln verantwortungsvoll und sparen sich selbst viel Geld.
Wohnung gut behandeln – Kaution zurückbekommen
Beim Auszug möchten Sie Ihre Kaution vollständig zurückbekommen. Das funktioniert am besten, wenn Sie Ihre Wohnung gut behandeln und verantwortungsvoll damit umgehen.
Was bedeutet “Wohnung gut behandeln”?
Normale Abnutzung ist erlaubt. Sie dürfen in Ihrer Wohnung leben, und dabei entstehen natürlich Gebrauchsspuren. Kleine Kratzer, verblasste Farben, leichte Abnutzung – das ist völlig normal und wird nicht von Ihrer Kaution abgezogen.
Schäden über normale Abnutzung hinaus kosten Geld. Tiefe Kratzer im Boden, Löcher in Wänden, kaputte Türen, Flecken, die nicht entfernt werden können – solche Schäden müssen Sie beim Auszug bezahlen.
Mehr Infos: Kaution zurückbekommen und Renovierung beim Auszug
Tipps, um Schäden zu vermeiden
Möbel vorsichtig bewegen: Schieben Sie schwere Möbel nicht über den Boden, sondern heben Sie sie an oder legen Sie Filzgleiter unter die Füße.
Bilder richtig aufhängen: Verwenden Sie Dübel und Schrauben für schwere Bilder. Kleine Bilder können mit Klebestreifen oder Klebehaken befestigt werden. Verschließen Sie Dübellöcher fachgerecht beim Auszug.
Keine Nägel in Fliesen schlagen: Fliesen können brechen. Verwenden Sie Klebelösungen für das Bad.
Vorsicht mit Flüssigkeiten: Wischen Sie verschüttete Flüssigkeiten sofort auf. Wasser kann Böden und Möbel beschädigen.
Teppiche und Vorleger: Schützen Sie stark beanspruchte Bereiche (z.B. vor dem Herd, im Flur) mit Teppichen oder Vorlegern.
Was passiert beim Auszug?
Beim Auszug prüfen wir gemeinsam mit Ihnen den Zustand der Wohnung. Wir vergleichen ihn mit dem Zustand beim Einzug (deshalb ist ein Übergabeprotokoll so wichtig!). Alle Schäden, die über normale Abnutzung hinausgehen, werden von Ihrer Kaution abgezogen.
Wenn Sie die Wohnung gut behandelt haben: Sie bekommen Ihre Kaution vollständig zurück – meist innerhalb von 3-6 Monaten nach dem Auszug.
Wenn es Schäden gibt: Wir lassen die Schäden reparieren und ziehen die Kosten von Ihrer Kaution ab. Sie erhalten eine detaillierte Abrechnung.
Mehr Infos: Wohnungsübergabe und Kaution zurückbekommen
Zusammenfassung: So sparen Sie Geld
Mit ein paar einfachen Maßnahmen können Sie als Mieter viel Geld sparen:
1. Nebenkosten senken
- Richtig heizen (Stufe 3 in Wohnräumen, nie unter Stufe 2)
- Wasser sparen (Duschen statt Baden, Wasser abstellen beim Einseifen)
- Stoßlüften statt Fenster kippen
- Müll richtig trennen
- Mülltonne rechtzeitig rausstellen (spart 150 Euro pro vergessener Leerung)
2. Probleme früh melden
- Kleine Probleme kosten 50-300 Euro zu reparieren
- Große Schäden kosten 2.000-6.000 Euro oder mehr
- Melden Sie jedes Problem sofort – wir sind froh darüber!
- Sie erfüllen damit Ihre Pflicht aus dem Mietvertrag
3. Wohnung gut behandeln
- Vermeiden Sie Schäden über normale Abnutzung hinaus
- Behandeln Sie die Wohnung pfleglich
- Beim Auszug bekommen Sie Ihre Kaution vollständig zurück
Gesamtersparnis: Mehrere Tausend Euro über die Mietdauer! Es lohnt sich, verantwortungsvoll zu handeln.
Fragen zum Geld sparen?
Wenn Sie Fragen haben, wie Sie Kosten senken können, sprechen Sie uns gerne an. Wir helfen Ihnen bei:
- Tipps zum Heizen und Lüften
- Erklärung der Nebenkostenabrechnung
- Beratung, wie Sie Ihre Wohnung gut pflegen
- Meldung von Problemen und Mängeln
- Vorbereitung auf den Auszug
Unsere Empfehlung: Verhalten Sie sich verantwortungsvoll, melden Sie Probleme sofort und behandeln Sie Ihre Wohnung gut. So sparen Sie nicht nur Geld, sondern haben auch ein angenehmes Zuhause und ein entspanntes Mietverhältnis. Viele kleine Maßnahmen summieren sich über die Jahre zu Tausenden Euro – Geld, das Sie lieber für schöne Dinge ausgeben können.